Ayurveda-Therapien sind spezialisierte Behandlungen, welche Sie entspannen, verjüngen, Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern und Ihre spezifischen Beschwerden heilen sollen.

 

Abhyanga Snana (Ayurvedische Ganzkörpermassage):

Diese entspannende und belebende Ganzkörpermassage wird üblicherweise vor der Panchakarma-Kur durchgeführt (s. u.). Sie wird traditionell von zwei Masseuren verabreicht, welche ihre Massage nach den lebenswichtigen Druckpunkten synchronisieren. Die Massage resultiert in einer Verjüngung, einer verbesserten Durchblutung, insbesondere an Nervenenden, einer Tonisierung der Muskeln, einer Entspannung der Nerven, einer Linderung der Angst, des Stresses, der Müdigkeit, der Gelenk- und Muskelschmerzen und Steifheit, Arthritis, Rückenschmerzen, Verletzungen usw.

Pizhichil

Bei Pizhichil werden Leinentücher, getunkt in lauwarmes Wasser und vermischt mit Kräuterölen, über den ganzen Körper gelegt. Ausgeführt von 2 bis 4 ausgebildeten Therapeuten dauert die Behandlung etwa 60 bis 90 Minuten am Tag. 7–14 Tage sollten für diese Kur eingeplant werden. Wirkungsvoll bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis, Lähmungen, sexueller und nervös bedingter Schwäche und nervösen Störungen.

Navarakizhi

Navarakizhi ist eine Schweißauslösende Körperreinigung. Was diese Behandlung anders macht: die Verwendung von medizinischem Kräuterreis. Um dies zu tun, wird der Reis erst in natürlichen Kräutern und Ölen eingeweicht. Die Mischung wird dann mit Dampf gekocht und die sich daraus ergebende duftende Mischung wird dann in Baumwollteebeuteln eingebunden. Das Verfahren bei Navarakizhi ist ein zwei-schritt-verfahren: ein besonderes Öl wird erst über den ganzen Körper des Kunden verteilt, danach werden die oben genannten Teebeutel verwendet, um den Körper des Kunden zu ‚hämmern‘, mit besonderem Schwerpunkt auf die Bereiche, wo sich die Marma (Nervenpunkte) befinden.Navarakizhi ist äußerst wirkungsvoll gegen Rheumatismus, Gelenk- und Muskelschmerzen, Rückenschmerzen (z.B. Ischias, Bandscheibenvorfall), hohen Blutdruck, hohe Cholesterinspiegel und geschlechtliche Probleme wie Menstruation, Unfruchtbarkeit und Nervenschwäche. Es kann auch von bestimmten Hautproblemen befreien.

Sirovasti

Bei Sirovasti wird eine hohe Kappe um den Kopf des Erholungssuchenden befestigt. Bestimmte lauwarme Kräuteröle werden dann langsam in die Kappe gegossen. Dies geschieht täglich während 15–60 Minuten, über eine Zeitdauer von 7 Tagen. Hoch wirksam bei Gesichtslähmungen, Trockenheit von Nase, Mund und Hals, schweren Kopfschmerzen und anderen Vatha Erkrankungen.

Pichu

Pichu sind Packungen aus Pasten, Salben, Ölen oder Kräutersäften, die Ayurveda-Therapeuten auf erkrankte Körperteile auftragen und einwirken lassen. Besonders erfolgreich helfen sie gegen Rücken- und Gelenkprobleme. Sirolepa Bei diesem Verfahren wird eine Kräuterpaste (Fingerbreite) auf dem Kopf des Patienten aufgetragen. Sirolepa fördert einen tiefen Schlaf, stellt eine Behandlungsmöglichkeit von Insomnia und Haarausfall dar und reduziert die Schuppenbildung.

Panchakarma

Panchakarma heißen die 5 Säulen der ayurvedischen Reinigungstechniken. Sie werden innerhalb einer klinischen Ayurveda-Kur angewendet. Die fünf Ausleitungstechniken im Rahmen des Panchakarma nehmen in der klassischen Ayurveda-Literatur einen bedeutenden Platz ein und werden als die wirkungsvollste Therapiemaßnahmen des Ayurveda betrachtet. Sie setzen sich zusammen aus:

1. Vamana

Der erste Schritt des Panchakarma dient klassischerweise der Ausleitung von Kapha, dessen Hauptsitz der obere Teil des Magens ist. Durch die vorbereitenden Behandlungen des Purvakarma hat der Körper sein überschüssiges Kapha dem Magen zugeleitet. Von hier muss es aus dem Körper geschleust werden, wobei der kürzeste Weg dazu über den oberen Verdauungstrakt führt, das heißt über Speiseröhre und Mund. Am Vorabend des Vamana wird eine Synchronmassage des ganzen Körpers mit medizinierten Ölen (Abhyanga) durchgeführt. Dadurch werden die Gifte und Doshas, die in der Ghee Therapie, gebunden wurden, aus den Geweben gelöst. Danach folgt ein Dampfbad mit Heilkräutern, durch das Kapha aufgeweicht und zu seinem Stammsitz im Magen geleitet wird. Auch die anderen überschüssigen Doshas fließen dabei zu ihrem Hauptsitz – Pitta zum Zwölffingerdarm und Dünndarm, Vata zum Dickdarm.

2. Virechana

Die zweite der fünf Handlungen ist Abführen, Virechana. Es dient zur Ausleitung von Kapha, vor allem aber von Pitta. Ausdruck von übermäßigem Pitta sind unter anderem Allergien, Augenprobleme, chronische und akute Entzündungen, chronisches Fieber, Gereiztheit und Aggressivität, Hämorrhoiden, Hauterkrankungen (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis), Erkrankungen der Leber und der Milz, Magen und Zwölffingerdarmgeschwüre, Schilddrüsenüberfunktion. Am Vorabend des Abführtages werden eine Ölmassage und ein Dampfbad durchgeführt, wodurch die Doshas zu ihrem Hauptsitz transportiert werden sollen, um von dort ausgeschleust zu werden. Je nach angestrebter Intensität der Darmentleerungen werden unterschiedliche Abführmittel eingesetzt, am häufigsten Rizinusöl. Die Dosis wird individuell für den Patienten gewählt und löst erfahrungsgemäß fünf bis zehn Darmentleerungen aus. Während der Darmentleerungen sollte der Patient keine feste Nahrung zu sich nehmen, der Flüssigkeitsverlust wird mit Kräutertee oder warmem Wasser ausgeglichen. Die erste Mahlzeit besteht aus Reissuppe oder Lassi. Dieses Joghurtgetränk soll helfen, die Darmflora wieder behutsam aufzubauen. Da Pitta – und damit die Verdauungskraft – durch das Abführen vermindert wird, ist es wichtig, in dieser Zeit auf leichte, bekömmliche Kost zu achten und die Verdauungskraft schrittweise aufzubauen.

3. Basti

Die dritte Hauptmaßnahme des Panchakarma ist die Reinigung des unteren Darmabschnitts, die Basti Therapie mit medizinischen Einläufen. Der Dickdarm ist der Hauptsitz von Vata. Da dieses als König der Doshas gilt, ist seine Regulierung von besonderer Bedeutung. Denn ein Ausgleich dieses Doshas heilt nicht allein Vata-Störungen, sondern auch Krankheiten, die mit Pitta und Kapha zusammenhängen. In den klassischen Ayurvedischen Texten wird der Wert der Basti-Behandlung gepriesen. In der ,Caraka Samhita’ heißt es: “Obgleich Basti im Dickdarm zur Wirkung kommt, zieht es durch seine Kraft alle Unreinheiten von der Fußsohle bis zum Kopf an sich, ebenso wie die Sonne, die am Himmel steht, alle Säfte der Erde austrocknet.” Die Basti-Behandlung leitet überschüssiges Vata aus. Vata kontrolliert den Körper und das Leben. Aus der Balance gerät es zuerst dort, wo es natürlicherweise residiert, also im Dickdarm. Erst später greift seine Störung auf andere Orte und die anderen Doshas über. Zu typischen Störungen des Vata-Prinzips gehören unter anderem: hoher Blutdruck Ein- und Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche, Kreislaufstörungen, Migräne , Erkrankungen des Nervensystems, Nervosität, Schmerzsyndrome, Unfruchtbarkeit, Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder der sogenannte Reizdarm (Wechsel von Verstopfung und Durchfall), Krankheiten der Wirbelsäule und der Gelenke, wie beispielsweise rheumatische Gelenkerkrankungen.

4. Nasya

Die vierte Therapie des Panchakarma ist die Nasya Behandlung. Dabei werden zur Klärung der Kopfregion spezielle Tropfen in die Nase eingeträufelt, insbesondere bei überschüssigem Kapha. Nasya wird vor allem bei folgenden Erkrankungen angewendet: allergische Erkrankungen der Atemwege Erkrankungen der Augen Epilepsie Krankheiten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich Halswirbelsäulen-Syndrom Heuschnupfen chronische Kopfschmerzen, einschließlich Migräne Lähmungen im oberen Körperbereich chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen Schlafstörungen Schulter-Arm-Syndrom Tinnitus Die Behandlung wird mit einer Ölmassage des Schulter-Kopf-Bereichs eingeleitet, an die eine Inhalation mit ätherischen Ölen anschließt. Dann werden je nach Krankheitsbild besondere Substanzen in die Nase geträufelt. Im Falle eines ausleitenden Nasya führen sie zu Niesreiz und starker Schleimabsonderung. Die Nasya-Behandlung wird über drei bis sieben Tage verabreicht. Zeichen einer erfolgreichen Therapie sind unter anderm: Beseitigung der Krankheitszeichen, ein Gefühl der Leichtigkeit und Klarheit im Kopfbereich, guter Schlaf sowie die Beseitigung von Schleim.

5. Raktamokshana

Die fünfte Handlung im Programm des Panchakarma ist der Aderlass, Raktamokshana. Beim Raktamokshana werden über eine Vene in der Armbeuge im allgemeinen 100 bis 200 ml Blut entnommen. Klassische Indikationen sind: Alkoholismus, Allergien, Appetitlosigkeit, Drogenabhängigkeit, Erkrankungen des Blutes, Gastritis und Sodbrennen, Gelbsucht, Gicht, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Herzens, Herzbeutelerguss, chronische Kopfschmerzen, Erkrankungen der Leber und der Milz, Lungenentzündung und Lungenerguss, Chronische Lymphknotenschwellungen, Störungen von Pitta, Übersäuerung des Organismus. Nicht angezeigt ist die Behandlung bei Blutarmut, Schwäche, in der Schwangerschaft und während der Menstruation.